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SUPERSHERIFF


 

 

 

 

 

 

 

Haider sprichtAntisemitismus

Die Reaktionen israelischer Politiker auf den FP-Sieg bezeichnet Haider "hysterische Akte, die den jüdischen Bürgern in ganz Europa schaden. [...] Es gibt jetzt genügend Leute, die sagen: 'Wir wissen jetzt, warum Antisemitismus entsteht.'"
Salzburger Nachrichten, 8.10.99

Buschneger

"Jeder Buschneger hat in Zukunft die Möglichkeit, seine Kollegen in Österreich zu behandeln."
Über das neue Ärztegesetz, Der Standard, 13.10.98

Freimaurer

Vranitzky sei dies offenbar alles egal, da er im Sold und in der Geiselhaft der Industrielobby in Brüssel stehe und seine Aufträge von den Freimaurern und Bilderbergern bekomme. "Wir Freiheitlichen halten uns alleine an die Aufträge der österreichischen Bevölkerung".
Freiheitlicher Pressedienst, 30.5.94

Haider

"Man kann sich bei mir darauf verlassen: Wenn ich einmal etwas gesagt habe, dann meine ich es so."
ORF ZiB, 14.5.91

"Meine Sprüche haen sich immer noch als richtig herausgestellt. Ich werde meine Visionen in der Politik nicht der Vergangenheit angehören lassen."
Die Welt, 13.4.99

Lichterketten

"So einfach wird es nicht mehr sein, uns mit Lichterketten niederzunageln."
ORF Mittagjournal, 7.12.94

Mascherl

"Was kann denn dieser Schüssel außer Mascherl tragen, Verantwortung jedenfalls nicht."
APA, 9.11.96

"Nur der Schüssel ist der Unverbesserliche. Der trägt die Masche nicht am Hals, sondern vorm Hirn."
Neujahrsrede in Kärnten, www.fpoe.at, 10.1.99

Schädlinge

"Nicht die Freiheitlichen sind die Schädlinge der Demokratie. Wir sind das Schädlingsbekämpfungsmittel. Bei uns regieren die Rothäute und die Schwarzen - und nicht wie üblich, dasssie in den Reservaten leben."
Die Presse, 22.11.89

"... rote und schwarze Filzläuse, die mit Blausäure bekämpft werden sollten."
profil, 25.4.94

"Wir wollen in der Schule Ordnung machen. [...] Es gibt viele parasitäre Elemente."
APA, 27.6.00

Schimanek

"Sollte sich Schimanek nicht von seinem Sohn distanzieren, hat er bei uns nichts mehr verloren."[1]
Der Standard, 24.3.95

"Denkt nur daran, wie es unserem Hans-Jörg Schimanek gegangen ist. Wäre er nicht in die Politik für die Freiheitlichen gegangen, sein Sohn würde niemals mit einer Haftstrafe abgeurteilt worden sein. Niemals: Nur weil er ein Freiheitlicher war, meine lieben Freunde, hat man dieses Schicksal seiner ganzen Familie aufgebürdet. Und ich wünsche mir sehr, dass irgendwann einmal in Österreich auch die politischen Verantwortungsträger den Mut haben zu sagen: Kinderschänder gehören weggesperrt, aber nicht Menschen, die eine abweichende Meinung äußern."
Neujahrsrede in Kärnten, www.fpoe.at, 10.1.99

Ulrichsberg

"Meine sehr geehrten Damen und Herren, liebe Freunde, ich bitte um Verständnis, wenn ich so spät komme, aber wir haben eine große Veranstaltung heute in Salzburg gehabt. [...] Ich habe mir gedacht, es ist vielleicht ganz gut, auch ein öffentliches Zeichen zu setzen, nachdem wieder einmal das Treffen und der Ulrichsberg so in Diskussion gewesen ist, dass klargemacht wird, dass es keine Schande ist, sich mit den Teilnehmern am Ulrichsbergtreffen als österreichischer Politiker zu treffen, und ich freue mich daher, dass ich euch auf Kärntner Boden wieder alle herzlich begrüßen darf."
Vor SS-Veteranen in Krumpendorf am 30.9.95, nach profil, 8.1.96

Waffen-SS

"Die Waffen-SS war Teil der Wehrmacht und es kommt ihr daher alle Ehre und Anerkennung zu."
ORF, 19.12.95

"Es gibt kein wie immer geartetes Lob des Jörg Haider an die Waffen-SS oder sonst irgend etwas. Sie wissen, dass das Ganze, würde ich sagen, inszeniert worden ist aus hochpolitischen Gründen."
ORF Mittags-ZiB, 9.1.96




Anmerkungen:
Der Sohn des niederösterreichischen FPÖ-Landesrates Hans-Jörg Schimanek wurde 1995 wegen nationalsozialistischer Wiederbetätigung zu 15 Jahren Haft verurteilt. Bereits im Juni 1999 wird er vorzeitig entlassen (vgl. Lexikon: Hans Jörg Schimanek jr.)

Quelle:
Hubertus Czernin (Hrsg.): Der Westentaschen-Haider, Czernin-Verlag, Wien, 2000

 


Ambivalentes Verhältnis zur NS-Zeit

In der heimischen Politik kehren antisemtische, NS-freundliche Aussagen immer wieder.


Immer wieder gab und gibt es in der heimischen Politik so genannte Ausrutscher, wenn es um die NS-Herrschaft geht. In den letzten zwei Jahrzehnten sorgten vor allem FPÖ-Mandatare, allen voran deren langjähriger Parteichef Jörg Haider, immer wieder für Aufregung.

"Das hat's im Dritten Reich nicht gegeben"

Die wohl bekannteste Aussage stammt von Haider, die 1991 zu seiner Abwahl als Kärntner Landeshauptmann führte. In einer Debatte über Arbeitslosigkeit und Beschäftigungspolitik meinte Haider wörtlich: "Na, das hat's im Dritten Reich nicht gegeben, weil im Dritten Reich haben sie ordentliche Beschäftigungspolitik gemacht, was nicht einmal Ihre Regierung in Wien zusammenbringt. Das muss man auch einmal sagen."


Die NS-Wirtschaftspolitik wurde wesentlich von der schonungslosen Ausbeutung der Arbeitskraft von Zwangsarbeitern und KZ-Häftlingen bestimmt.

Die wichtigsten "Ausrutscher"


Nachfolgend eine Zusammenstellung der wichtigsten unkritischen, antisemitischen oder den Nationalsozialismus verherrlichenden Aussagen heimischer Politiker:


"Die Juden wollen halt rasch reich werden", meinte etwa Bundeskanzler Leopold Figl (ÖVP), selbst Häftling im Konzetrationslager Dachau, nur kurz nach der Gründung der Zweiten Repbublik im Zusammenhang mit Entschädigungsforderungen.


"Moralinsaure Emigranten


Im Wahlkampf 1949 kämpfte der Ex-KZ-Häftling und steirische ÖVP-Chef Alfons Gorbach (ÖVP), der später auch Bundeskanzler wurde, unter anderem mit folgendem Statement um Wählerstimmen.


"Da mögen die Herren Emigranten noch so viel Moralinsäure verspritzen: Jene, die draußen (an der Front) ihren Mann gestanden haben, wissen besser, was anständig ist, als jene, die sich beim ersten Kräuseln des Ozeans in Übersee in Sicherheit gebracht haben. Ich spreche den Emigranten das Recht ab, in der NS-Frage mitzureden."


"Wer einmal schon für Adolf war ..."


Bundespräsidenten Adolf Schärf von der SPÖ buhlte mit dem Wahlslogan "Wer einmal schon für Adolf war, wählt Adolf auch in diesem Jahr" um die Sympathien des Wahlvolkes.


Bis in die siebziger Jahre gab es immer wieder antisemitische "Ausrutscher" in den Reihen von ÖVP und SPÖ. "Saujud", meinte etwa der ÖVP-Abgeordnete Alois Scheibengraf im Wahlkampf 1966 in Richtung von SPÖ-Chef Bruno Kreisky.


Und "alles Juden" schrien die aus der so genannten Milchbar des Parlaments leicht illuminiert entschlüpften ÖVP-Nationalräte Walter Suppan und Johann Haider, als Kreisky 1972 die Auftragnehmer des UNO-City-Baus verkündete.


Wahlkampf mit NS-Vergangenheit


1975 erklärte der damalige Kärntner SPÖ-Landeshauptmann Leopold Wagner, er sei zwar "kein Napola-Zögling" (Eliteschule der Nazis), dafür aber "hochgradiger Hitlerjunge" gewesen. Der burgenländische SPÖ-Landeshauptmann Theodor Kery bestritt seine Wahlkämpfe ebenfalls mit Verweis auf seine braune Vergangenheit.


Causa Waldheim


Die Auseinandersetzung rund um die Causa Waldheim ließ die Wogen ebenfalls hochgehen. Kurt Waldheim werde als Bundespräsident erst zurücktreten, wenn man ihm beweisen könne, "dass er sechs Juden eigenhändig erwürgt hat", meinte der damalige ÖVP-Generalsekretär Michael Graff in einem Interview mit dem französischen Magazin "L'Express". Graff trat kurze Zeit später zurück.


N.A.Z.I.-Buchstabierer Gaugg


Nach Haiders Aussage von der "ordentlichen Beschäftigungspolitik" buchstabierte der Ex-FPÖ-Politiker Reinhart Gaugg das Wort Nazi mit mit "neu, attraktiv, zielstrebig, ideenreich".


"Straflager" statt KZ


Im Februar 1995 sorgte Haider bei einer parlamentarischen Debatte über die Bombenattentate in Oberwart wieder für Diskussionen, als er das Wort Straflager und nicht Konzentrationlager gebrauchte.


"Denn das Nichtintegrieren einer ethnischen Minderheit, die schon einmal vor 50 Jahren fast vernichtet wurde in den Straflagern des Nationalsozialismus, sie wieder auszusiedeln und auszugrenzen, hängt damit zusammen, dass man den Willen, den man hier bekundet, in der praktischen Politik gar nicht einbringt", heißt es im stenographischen Protokoll.


SS-Leute "Menschen mit Charakter"


Im Herbst 1995 war es wieder Jörg Haider, der aufhorchen ließ. Am Rande des Ulrichsbergtreffens in Krumpendorf begrüßte Haider die Teilnehmer, darunter ehemalige Mitglieder der SS, als "meine lieben Freunde" und "anständige Menschen, die einen Charakter haben, die auch bei größtem Gegenwind zu ihrer Überzeugung stehen und ihrer Überzeugung bis heute treu geblieben sind".


SPÖ-Politiker zitiert Goebbels


Ebenfalls in Kärnten spielte der Fall Arbeiter. Der SPÖ-Landtagsabgeordnete Gebhart Arbeiter in einem Interview: "Das Volk muss wissen, wer das Sagen hat", er halte es hier mit Joseph Goebbels. Vor dem SP-Schiedsgericht gab es eine "Rüge" für Arbeiter.


Im Sommer 2000 sorgte der damalige niederösterreichische FPÖ-Parteichef Ernest Windholz für Aufregung: "Unsere Ehre heißt Treue", sagte Windholz in einer Rede anlässlich der Ehrung langjähriger Parteimitglieder.


Dass es sich dabei um den Leitspruch der Waffen-SS handelt, habe er nicht gewusst, rechtfertigte sich Windholz später.


MAGDA

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http://www.shoa.de/rezensionen/klein__klaus_020611.html


Geboren am 26.1.1950 in Bad Goisern Oberösterreich.
Der Vater Robert Haider ist von Beruf Schuster.
Die Mutter Dorothea Haider geb. Rupp Lehrerin.
• Beide Eltern waren aktive Nationalsozialisten. Robert Haider trat mit 15 Jahren in die Hitlerjugend ein, und beteiligte sich nach dem Verbot der NSDAP 1933 an illegalen Schmieraktionen. Bei dieser Gelegenheit wurde er festgenommen, konnte sich losreissen und nach Bayern flüchten, wo er der Österreichischen Legion - einer SA-Truppe - beitrat.
• Im Juli 1934, beim Putschversuch der Nationalsozialisten, überschritt Robert Haider mit seinen SA-Kameraden die Grenze nach Österreich, musste aber nach dem Scheitern des Umsturzes wieder nach Bayern flüchten.
• Er leistete einen 2jährigen Militärdienst und trat der NSDAP bei. Nach dem Anschluss Österreichs an Nazideutschland kehrte er nach Linz zurück, wurde Gaujugendwalter der Deutschen Arbeitsfront. 1940 musste er einrücken, wurde verwundet und ausgezeichnet.
• 1945 heiratete er die Arzttochter Dorothea Rupp,
Funktionärin beim Bund Deutscher Mädchen.
Ein Onkel von Dorothea Rupp kaufte 1941 das ehemals in jüdischem
Besitz gewesene Bärental - und vermachte dieses später seinem
Grossneffen Jörg Haider.
• Robert Haider wurde 1945 inhaftiert, kam ins Lager Glasenbach, und wurde von den US-Truppen gezwungen, Massengräber mit Opfern der SS auszuheben
• Trotz grosser materieller Probleme ermöglichten Robert und Dorothea Haider ihrem Sohn den Besuch des Gym...

Reaktion: ..................................................
edgarjhoover, vor 1 Minute
• Jörg Haider schloss sich der deutschnationalen
Schüler-Verbindung Albia an.
• Unter seinen Lehrern am Ischler Gymnasium waren viele ehemalige
Nationalsozialisten. 1968 maturierte Haider mit Auszeichnung
• Trotz grosser materieller Probleme ermöglichten
Robert und Dorothea Haider ihrem Sohn den Besuch des
Gymnasiums in Bad Ischl nach dem Präsenzdienst in Salzburg ging er 1969 nach Wien, um Jus zu studieren. Er schloss sich der Burschenschaft Silvania an und engagierte sich politisch im Ring Freiheitlicher Jugend, wo er 1970 Bundesführer wurde.
• 1989 wird er mit den Stimmen der ÖVP zum Kärnter Landeshauptmann gewählt
• 1991 wird Haider wegen seiner Aussage zur "ordentlichen Beschäftigungspolitik im Dritten Reich" als Landeshauptmann abgesetzt
• 1993 organisiert Haider das sogenannte
"Ausländer-Volksbegehren", in dem unter anderem die Trennung
der Schüler nach Herkunft und Muttersprache verlangt wird. Das Volksbegehren wird ein Misserfolg.
• 1995 wandelt Haider die FPÖ in eine "Bewegung" um.
Im gleichen Jahr spricht er vor ehemaligen
Angehörigen der Waffen-SS.
• Bei den Nationalratswahlen 1999 wird die FPÖ zum ersten Mal seit ihrer Gründung zur zweitstärksten Partei Österreichs. Eine der wichtigsten Wahlkampfparolen hiess "Stop der Überfremdung".
• In seiner letzten Wahlkampfveranstaltung sagte Haider:
"Wenn Bundeskanzler Klima für die Osterweiterung
(der EU) ist, dann soll er doch gleich in Tschechien kandidieren."


Linkes Zittern



Quergeschrieben VON JÖRG HAIDER



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Europas Linke ist ins Mark getroffen. Denn es ist wieder einmal etwas geschehen, womit ihre Ideologen nicht gerechnet haben. Andere haben Schritte in eine Richtung unternommen, die sie in typisch sozialistischer Denkungsweise als Monopol für sich betrachteten. Diese anderen sind die rechtsdemokratischen Erfolgsparteien Europas. Und das vermeintliche SP-Privileg heißt Zusammenarbeit.

Ein klarer Strich durch das sozialistische Kalkül, mit Hilfe des gigantischen Apparates der Internationalen, durch systematische Abstempelung alles Nicht-Linken zum politisch Unkorrekten, jeden Ansatz von Systemwechsel in einem rot regierten Land im Keim zu ersticken. Eine Art zentral-gelenkte pseudodemokratische Parteienlandschaft, in einer EU erbaut nach sozialistischer Architektur, sollte das Resultat sein. Die anderen politischen Kräfte hätten die Funktion zu erfüllen, den Schein der Pluralität zu wahren.

Die Realität hat diese linke Utopie überholt. Statt ideologischer Monokultur hat sich mit Hilfe der Bürger ein breites Spektrum nicht linker politischer Kräfte entwickelt, die heute so weit sind, selbst gestalten zu können. Geburtsstätte dieser rechtsdemokratischen Erneuerungspolitik, die jetzt ihren Siegeszug durch Europa hält, war und ist Österreich, sein Motor war und ist die FPÖ.

Die Gefahr, Pfründe und Privilegien zu verlieren, haben die roten Strategen sofort erkannt. Das Bedürfnis der Menschen nach prinzipiellem Systemwechsel unterschätzen sie aber bis heute. So haben weder jahrelange Ausgrenzung, Kriminalisierung, Abwahl oder letzten Endes die Sanktionen einer angesichts des gigantischen Wahlerfolges der FPÖ panisch gewordenen Linken samt ihrer politischen Kostgänger den Status quo aufrecht zu erhalten vermocht. Im Gegenteil. Mit der FPÖ-Regierungsbeteiligung ist der Damm in Europa gebrochen. Überall legen rechtsdemokratische Bewegungen stark zu, und überall zahlen die Sozialisten den Preis der eigenen Arroganz in Form verheerender Wahlschlappen. Egal ob in Dänemark, Portugal, den Niederlanden, Frankreich oder Italien.


Europas Linke zittert. Denn jetzt wankt mit Deutschland auch ihre letzte wirkliche Bastion. Dem einstigen Liebkind der Linken, dem Experiment von Rot-Grün, ist aufgrund der katastrophalen Ergebnisse in allen relevanten Politikbereichen keine rosige Zukunft beschieden. Und seine Abwahl stellte die Genossen vor eine ganz neue Situation. Denn dann hätte die sozialistische Dominanz in den Unionsgremien überhaupt keine Entsprechung mehr in den Regierungen ihrer Mitglieder. Vorbei der Traum von der Nichtigerklärung der Souveränität der Einzelstaaten und vom parallelen Aufbau einer linken Superbürokratie. Aus der Traum von einer Osterweiterung in Hüftschußmanier auf Kosten der Nettozahler. Vorbei der Traum von einer verantwortungslosen Zuwanderungspolitik am Rücken all jener, die keine Alternativen haben.

Dem gilt es vorzubauen. Und so sucht man nach Auswegen. Die Strategie freilich, die jetzt ausgerechnet von SPÖ-Nach-Denker Gusenbauer als neu und zukunftsweisend auf den Tisch gelegt wird, ist einmal mehr jene, die den eigenen Absturz ausgelöst hat: Formal sind es wieder Methoden wie Ausgrenzung, Gesprächsverweigerung oder Tricks wie Wahlrechtsänderungen, um sich Mehrheiten zu ermogeln. Und inhaltlich? De facto ein um Jahre zu später Nachvollzug freiheitlicher Forderungen wie etwa jener nach kontrollierter Zuwanderung. Die Rechtsdemokraten sind also schon um viele Schritte weiter. Und die Kooperation im Rahmen einer Europäischen Plattform könnte ein Beitrag dazu sein, Seite an Seite mit den Bürgern diesen Vorsprung weiter zu vergrößern.


Der Autor ist Landeshauptmann von Kärnten.
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Eine lange Abtrittsliste

Der blaue Teil der Wende war eher personalintensiv.




Sie heißen Michael Krüger, Elisabeth Sickl, Michael Schmid, Monika Forstinger, Karl-Heinz Grasser, Matthias Reichhold und Susanne Riess-Passer. Alle gehörten sie zum FPÖ-Teil im schwarz-blauen Wende-Projekt.

Alle haben sie jedoch vor dem Ablauf der Legislaturperiode ihr Ministeramt zur Verfügung gestellt. Doch nicht nur auf der Ministerebene waren die Freiheitlichen in den vergangenen zweieinhalb Jahren die Partei der Rücktritte.


29. Februar 2000: Michael Krüger tritt wegen "Überlastung" als Justizminister ab. Davor sorgte ein "profil"-Interview mit Krüger und ORF-Moderator Dieter Chmelar für Aufsehen ("Wasd no di Miss Vienna. Mei, wos mia gschnackselt ham") Nachfolger wird FPÖ-Parteianwalt Dieter Böhmdorfer.


1. Mai 2000: Susanne Riess-Passer folgt Jörg Haider als Parteichefin, Gilbert Trattner als Bundesgeschäftsführer Gerald Mikscha sowie Theresia Zierler und Peter Sichrovsky als Generalsekretäre Peter Westenthaler, der Verteidigungsminister Herbert Scheibner als Klubobmann nachfolgt.


22. Oktober 2000: Sozialministerin Elisabeth Sickl muss die Regierung verlassen und wird durch Herbert Haupt ersetzt.


4. November 2000: Infrastrukturminister Michael Schmid tritt als drittes Regierungsmitglied zurück: "Die Batterien sind leer." Nachfolgerin wird Monika Forstinger.


16. Mai 2001: Trattner gibt seinen Rücktritt als Bundesgeschäftsführer bekannt. Ihm folgt im Sommer Markus Mitterrutzner.


21. August 2001: Gerhard Fallent muss das Generalsekretariat in Richtung Freiheitliche Akademie verlassen. Zierler und Sichrovsky bleiben im Generalsekretariat.


21. Oktober 2001: Der Rücktritt Zierlers als Generalsekretärin wird bekannt - aus "familiären Gründen". Sie behält ihr Mandat im Nationalrat. Karl Schweitzer wird zu Zierlers Nachfolger ernannt.


19. Jänner 2002: Riess-Passer verkündet den Rücktritt von Infrastrukturministerin Monika Forstinger. Ihr Nachfolger wird Mathias Reichhold, früherer Landeshauptmann-Stellvertreter in Kärnten.


5. August 2002: Die politische Karriere von Reinhart Gaugg ist beendet. Nach einer mutmaßlichen Alko-Fahrt in Kärnten muss der freiheitliche Sozialsprecher sowohl sein Nationalrats-Mandat als auch seinen Posten als stellvertretender Generaldirektor der Pensionsversicherungsanstalt (PVA) zurücklegen.


8. September 2002: Nach einem wochenlangen Machtkampf mit Haider treten Vizekanzlerin FPÖ-Chefin Riess-Passer, Finanzminister Grasser und Klubobmann Westenthaler zurück.


9. September 2002: Matthias Reichhold verkündet seinen Rücktritt als Verkehrsminister.


Von der im Februar 2000 angetretenen FPÖ-Regierungsriege sind am Schluss nur Verteidigungsminister Herbert Scheibner, Gesundheitsstaatssekretär Reinhart Waneck und Tourismusstaatssekretärin Mares Rossmann übriggeblieben.

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Das war Jörg Haider. Bisher.


Herbert Lackner über Erlebnisse im Umgang mit Jörg Haider: ein Schüchti als Haudrauf.
Von Herbert Lackner; Foto: Walter Wobrazek

Zuletzt konnte er einem schon etwas Leid tun. Wütend wie ein zu lange in Knechtschaft gehaltener Mob fielen sie über ihn her: Dorfmandatare und Nationalräte, Bezirksgrößen und Ex-Minister. Zur Abgabe der Pflichtwatsch’n traten selbst Funktionäre an, die eben noch dürstend nach Dumpfem an seinen Lippen gehangen waren.

„Erleichtert“ sei er jetzt, da Haider entgültig abgedampft ist, atmete ein FPÖ-Gemeinderat aus Ried im Innkreis vergangene Woche vor der „ZiB“-Kamera auf, „am besten wär, er würde sich überhaupt gleich aus der Politik zurückziehen“.

Vor gerade sieben Monaten, am Aschermittwoch, mag auch er in der Jahn-Turnhalle seiner Heimatstadt höchst amüsiert aufgewiehert haben, als der jetzt von ihm zum Teufel gewünschte Ex-Obmann uns Journalisten, die wir an einer Seitenwand standen, als „erschrockene Bleistiftspitzer von der schreibenden Zunft“ bespöttelt hatte.

Das tat er gern. Einmal, an einem regnerischen 10. Oktober, dem Kärntner Landesfeiertag, gab er mich bei einer Denkmal-Einweihung im Klagenfurter Landhaus-Hof den angetretenen Abwehrkämpfern preis: „Da hinten steht er eh, der vom profil. A so a Schreiberling.“
Ein paar Kämpfer schwenkten die Regenschirme drohend in meine Richtung.

Als er 1991 nach seinem Beschäftigungspolitik-Sager im Landtag als Landeshauptmann abgewählt wurde, beschwor er bei der großen Protestkundgebung am Klagenfurter Lindwurm-Platz mit solchen Späßen beinahe Unheil herauf: So wüst zog Haider über die Verderben bringenden Medien her, dass erhitzte Kundgebungsteilnehmer einen Übertragungswagen des ORF umwerfen wollten.

Wer da heute noch protestieren würde?
Alois Pumberger, Arzt und FPÖ-Nationalrat, wohl nicht mehr: Mit Haider und seinen Spießgesellen, den Mitverschwörern Achatz und Stadler, müsse jetzt rasch Tabula rasa gemacht werden, forderte der Oberösterreicher vergangene Woche in „News“. Stadler, befand ein burgenländischer FPÖ-Mandatar im ORF-„Report“, sei ja überhaupt „ein richtiger Rattler“.

Der ehemalige FPÖ-Justizminister Harald Ofner dachte sogar laut über einen Parteiausschluss des gefallenen Heiligen nach: „Der Haider-Spuk muss vorbei sein“, die Wähler würden ohnehin nur noch vom „Wahnsinnigen in Kärnten“ sprechen.

Wahnsinnig? „Ein Fall für die Psychiatrie“ jedenfalls, meint Ernst Sittinger, Innenpolitik-Chef der „Presse“, sicher keine Teilorganisation der berüchtigten linkslinken Medienmafia. Den endgültigen Befund kennt auch Sittinger nicht: Bisher habe man Haider ja für manisch-depressiv gehalten, „jetzt ist von paranoiden Verhaltensmustern die Rede“.

Man wird es herausfinden. In den „Salzburger Nachrichten“ stellt sich Alfred Pritz, Chef des Weltverbands der Psychotherapeuten, höchstpersönlich zur Verfügung: „Ich würde Haider eine stützende Psychotherapie anbieten.“

Gestern noch geliebter Führer, heute schon debiles Hascherl. „Die FPÖ ist nichts für Zartbesaitete“, hatte Haider selbst 1998 in einem profil-Interview gesagt.

Bis zu seinem Einzug in den Nationalrat, 1979, hatte ich Haider, den Gleichaltrigen, als überraschend sozial engagierten Vorsitzenden der FPÖ-Jugend wahrgenommen. Das 68er-Jahr war offenbar auch an ihm nicht spurlos vorübergegangen: In der blauen Jugendzeitung „tangente“, die ihm der Papierindustrielle Harald Prinzhorn zahlte (der Vater von Thomas Prinzhorn), verwendete er sogar Versatzstücke des damals gängigen Politkauderwelschs, wollte die „Selbstverständlichkeit unseres geordneten Lebensvollzugs infrage stellen“ oder darüber nachdenken, was es da „jenseits der materiellen Bedürfnisse unseres Daseins“ noch alles gebe.
Ein etwas geschnäuzter Hippie – viel wilder wurde es nicht.

Als wir uns das erste Mal persönlich unterhielten, 1985, stand Haider bereits in unerbittlichem Widerstand zur blauen Fraktion in der Regierung Sinowatz/Steger. Wir hatten uns in der Wohnung des damaligen ÖVP-Generalsekretärs Michael Graff getroffen, dessen Frau Maria über viele Jahre einen politischen Salon unterhielt.

Zu ihrem allerersten lud Maria Graff den widerborstigen Jungstar aus Kärnten. Nach dem offiziellen Teil des Abends verwickelte ich Haider in ein Gespräch über das damalige Hauptthema der Innenpolitik, die Wehrdiener-Angelobung im ehemaligen KZ Mauthausen. Den Ort der Zeremonie hatte FPÖ-Verteidigungsminister Friedhelm Frischenschlager ausgewählt, wohl als Wiedergutmachung für den dummen Handschlag, mit dem er den aus italienischer Haft heimkehrenden Kriegsverbrecher Walter Reder empfangen hatte.

Haider hatte Frischenschlager wegen des Kniefalls der Mauthausen-Angelobung heftig kritisiert.
Ob er selbst schon einmal in Mauthausen gewesen sei, fragte ich Haider. Er verneinte. Wieso er sich das nicht einmal angesehen habe, wollte ich nun wissen, er sei doch schließlich aus Oberösterreich. Nahe seinem Heimatort Bad Goisern, in Ebensee, habe es sogar ein Nebenlager des KZ gegeben. Haider schüttelte nur wortlos den Kopf. Ob es nie eine Exkursion seiner Schule zu dieser Gedenkstätte gegeben habe, stieß ich nach. Haider blieb stumm und starr. Unbequemen Wahrheiten stellte er sich nicht gern, vor allem wenn sie die innere Harmonie gefährdeten – im konkreten Fall jene mit seinen Eltern, ehedem kleine NS-Funktionäre der ersten Stunde.

Haider, erzählten enge Vertraute oft, sei in der Partei von geradezu krankhaftem Harmoniebedürfnis gewesen, habe des lieben Friedens willen weggeschaut, wo er hätte hinschauen müssen. Nur so habe es zum Fall Rosenstingl kommen können. In manchen Situationen wirke er – so seltsam das auch klingen mag – sogar schüchtern. In gewissem Sinne sei er also tatsächlich eine gespaltene Persönlichkeit.

Ein Jahr nach dem merkwürdigen Gespräch im Salon Graff, als Haider unter dem Gegröle tausendjähriger Tölpel gegen Norbert Steger putschte, stellte er die Sucht nach Harmonie hintan: Das war keine Auseinandersetzung im Inneren mehr, sondern eine mit dem Außenfeind: Wer in Mauthausen weich wird, ist in der falschen Partei.

In profil erschien die erste Titelgeschichte mit seinem Konterfei im Oktober 1986: „Die Eidechse, die ihre Farbe mit der Perspektive des Lichts wechselt, ist das Saisontier“, schrieb Reinhard Tramontana.

Es gab noch 36 weitere Haider-Titelgeschichten in profil, und manche lagen verdammt falsch: „Saubermann Haider: Der Lack ist ab“, titelten wir im Februar 1989. Den drei Autoren der Coverstory, Alfred Worm, Andreas Weber und mir selbst, schien das vorliegende Material ausreichend für eine Entzauberung: Haider hatte seine Holzgeschäfte im Bärental so clever, aber unglaubwürdig verbucht, dass er praktisch keine Steuern bezahlte; seine Kärntner FPÖ hatte Mitarbeiter und Werbeagenturen aus einem Schwarzgeld-Fonds entlohnt; schließlich hatte Haider gelogen, als er bestritt, Udo Proksch, den Lucona-Versenker, kurz vor dessen Verhaftung im Demel besucht zu haben.
Ihm, der damals so viel Wind unter den Flügeln hatte, schadeten nicht einmal derartige Enthüllungen.

Wegen solcher Geschichten verhängte Haider immer wieder eine Kontaktsperre gegenüber profil, die er meist selbst rascher brach als seine Parteifreunde.
Im direkten Kontakt war der FPÖ-Obmann dann keineswegs unfreundlich, beschwerte sich nie über vermeintliche Unfairness (bei unsereinem schien ihm wohl Hopfen und Malz verloren), ließ aber stets erkennen, dass er den Gang der Dinge bestimme.

Ende November 1999 antwortete er mir während eines Fluges nach Brüssel auf die Frage, welche Regierung es denn nun geben werde: „Ganz klar: Schüssel wird eine Koalition mit uns machen. Was soll er sonst tun? Wir haben ihm den Kanzler angeboten.“

Sollte ich ihn damit zitieren, werde er dies dezidiert bestreiten, fügte Haider hinzu.
Zu diesem Zeitpunkt behauptete der ÖVP-Chef noch steif und fest, da nur Dritter geworden, werde er jetzt selbstverständlich wie versprochen in Opposition gehen. Die SPÖ glaubte noch lange, es werde wieder eine große Koalition geben.

Offenherzig gegen Außenfeinde war Haider freilich nur, wenn es um Politik ging und es in seine Strategie passte.
Persönliche Sentimentalitäten oder gar Schwächen ließ er nicht zu.

Im Herbst 1999 hatte sich Haider – so wie die damaligen Minister Martin Bartenstein und Karl Schlögl – auf den im November stattfindenden New-York-Marathon vorbereitet. Ich hatte eine Reportage über die Vorbereitungen der politischen Athleten zu verfassen und absolvierte je ein Training mit ihnen.

Mit Haider traf ich mich auf dem heute parkähnlichen Gelände am Wienerberg in Favoriten. Während unseres Laufes – Haider legte ein für ein Training viel zu hohes Tempo vor – wies ich ihn darauf hin, dass wir uns hier auf „historischem Boden“ befänden: Hier seien die erbärmlichen Behausungen der Wienerberger Ziegelarbeiter gestanden. Die Reportage, die Victor Adler über dieses unvorstellbare Proletarier-Elend 1888 in der „Gleichheit“ veröffentlicht habe, sei gleichsam das Gründungsdokument der österreichischen Sozialdemokratie, erzählte ich Haider, dem dieser Umstand sichtlich nicht bekannt war.

Während sich der ebenfalls mitlaufende Karl Schweitzer – heute FPÖ-Klubobmann – an der Geschichte höchst interessiert zeigte, wischte Haider das Thema plötzlich zur Seite: „Und heute wählen die alle mich“, schnappte er. Mehr wollte er nicht wissen.

Noch einmal versuchte ich herauszufinden, welche individuelle Verkabelung hinter der politischen Kampfmaschine steckte. Wenige Tage vor seinem 50. Geburtstag, im Jänner des Jahres 2000, traf ich mich mit Haider in seinem damaligen Büro in der Wiener Reichsratstraße. Geplant war ein Artikel über seine Gedanken an der Schwelle eines neuen Lebensabschnitts: „50+“ – dass man daran so manchen düsteren Gedanken knüpfen konnte, war mir als bloß drei Wochen Jüngerem bewusst.

Trotz der drei oder vier Flaschen Wein, die wir in den etwas mehr als zwei Stunden dieses Gesprächs tranken (am Umtrunk nahmen allerdings auch Susanne Riess-Passer und meine profil-Kollegen Thomas Hofer und Manfred Klimek teil), und der somit recht freundlichen Atmosphäre öffnete sich Haider nicht einen Spalt breit. Bloß die geheime Verwendung einer Lesebrille gab er zu: „Ich setz sie aber nur auf, wenn’s dämmrig wird.“

Entsprechend verwundert war ich über die Vorgänge im oberösterreichischen FP-Vorstand, die vergangene Woche den Anstoß zum Rücktritt von Landesobmann Hans Achatz gaben. Die FPÖ-Fraktionschefin im Europa-Parlament Daniela Raschhofer hatte dem zu Achatzens Unterstützung angereisten Haider in einer emotionalen Rede vorgeworfen, sie und andere in einen Loyalitätskonflikt getrieben, Susanne Riess-Passer aus der Politik vertrieben und die FPÖ nachhaltig geschwächt zu haben.

Haider, so erzählen Sitzungsteilnehmer, habe mit wässrigen Augen beteuert, er habe das alles nicht gewollt, habe sich schließlich neben Raschhofer gesetzt und ihr – eine für ihn geradezu unfassbare Gefühlsaufwallung – eine Stunde lang die Hand gehalten.
Es muss ihm sehr schlecht gehen.